Karin und Eberhard Otto, Tornower Str. 15, OT Blumenow

16798 Fürstenberg  (Germany)

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Poln. Champ. 1969 Jasper z Gatebeckparku 16659, gew. 19.8.1967

V.: Dunsinane Riff of Rokeby  M.: Delfi vom Lohenwind

Z.: A. Kosik  B.: Uda John

Jasper fand eine häufige Zuchtverwendung 

und prägte die ostdeutsche Zucht in den beginnenden 70iger Jahren mit.

Polensieger 1969 Blue Vulpes a.d. Hexenhaus, 15669, gew.: 25.7.1966

V.: Silvabuckle from Shiel         M.: Leda a.d. Hexenhaus

Z. u. B.: Uda John

Blue Vulpes beeinflußte die Blue-merle-Zucht Ostdeutschlands nachhaltig.

Interessant ist die Geschichte der Entstehung des berühmten V-Wurfes,

wie sie mir die John´s selbst erzählten.

Sie brachten also die Leda an einen Thüringer Grenzübergang,

dort holten die Besitzer des Silvabuckle from Shiel die Hündin ab,

John´s fuhren wieder heim und holten Leda eine Woche später wieder an der Grenze ab.

Der V-Wurf war entstanden.

Es war schon ein Wunder, dass auf diese Art und Weise noch ein Deckakt

in Westdeutschland genehmigt wurde. Das dürfte auch der letzte gewesen sein.

Ab ca. 1973, 

die Collies, Bobtails und Shelties wurden schon früher 

in die "Sektion Dienst- und Gebrauchshunde" eingegliedert,

warum und weshalb, vielleicht kann jemand da eine Antwort geben, ich wäre dankbar dafür,

war jeglicher züchterischer Verkehr mit dem Ausland für die Züchter,

bis auf mir bekannte zwei Ausnahmen, einen Deckakt in der CSSR und 

ein Import aus einem baltischen Staat, der "Spezialzuchtgemeinschaft Collie, Sheltie, Bobtail",  tabu.

Von da ab sollte der Collie vom Hütehund zum Schutzhund umfunktioniert werden.

Eines der traurigsten Kapitel des Collies in der DDR,

obwohl meines Wissens kein Polizist oder die anderen "Bewaffneten Organe der DDR"

sich jemals für den Collie interessierten.

Ein Collie schaffte es mehrere Jahre bis in die Endrunde der 

DDR-Meisterschaften und das war "Andy vom Königshof".

Wertvolles Zuchtmaterial wurde durch eine Wesensprüfung, die der

der Schäferhunde gleichkam, vernichtet. Ja, regelrecht vernichtet. 

Wir selbst waren Betroffene. Aber Einspruch, wie etwa heute,

oder gar Beschlussfassung auf Jahreshauptversammlungen

war nicht möglich. Allein die von oben eingesetzten Leitungsfunktionäre bestimmten.

Und die Vorgaben lieferte die Leitung der Sektion Dienst- und Gebrauchshunde.

Eben eine ganz normale Diktatur-Hierarchie.

Erst Mitte der 80-iger, als der Collie züchterisch fast ruiniert war,

begann man die Wesenprüfungen zu variieren.

Das heißt, man konnte mehrmals an ZTP teilnehmen,

oder die lange Flucht wurde nicht durchgeführt, dann allerdings

musste der Collie, an der Leine gehalten,

den Scheintäter angreifen und in den Schutzarm beißen.

Beißarbeit, so wie sie zu Ostzeiten verlangt wurde,

widerspricht unserer Meinung nach nun mal dem Wesen des Collie.

Wir haben einige sogenannte Zuchttauglichkeitsprüfungen erlebt.

Eine der schlimmsten, die wir selbst miterlebten, fand

wohl in Eberswalde1982 statt,

als von 12 vorgestellten Collies 11 durch die Wesensprüfung fielen.

Und diese Collies waren nicht etwa wesensschwach. Keinesfalls, die gingen dem Scheintäter

nur nicht die volle Distanz, (über 90 m!!),  hinterher.

 Unsere "Biggi vom Sachsenhof"  war zur Wiederholungsprüfung nach 2 Jahren angetreten. 

Sie hatte schon 2 Würfe,  schaffte als einzige die Wesenprüfung,

aber fiel durch die Standardprüfung,

da sie vom Standardrichter in der Hinterhand mit 1 (ja einem) cm überbaut gemessen wurde.

Am Abend vorher hatte  die Leitung der SZG (Spezialzuchtgemeinschaft) beschlossen,

die lange Flucht von 60 m auf 90 m zu

verlängern. Das Ergebnis siehe oben.

Und wir standen als Züchter hilflos daneben.

Eine Wiederholung der ZTP war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.

Die Tiere mussten dann einfach verkauft oder vielleicht auch verschenkt werden.

Für uns ist ein wesensfester Collie freundlich, aufgeschlossen und wachsam jedermann gegenüber.

Ein Begleiter und Mitglied der ganzen Familie,

der viel Zuwendung braucht und es mit unglaublicher Anhänglichkeit zurückgibt. 

Heute gibt es viele Möglichkeiten auch für die Ausbildung des Collie.

Da wären zu nennen die Ausdauerprüfung, Begleithundeprüfung, 

Agility (einige der von uns gezüchteten Hunde sind 

auch mit Begeisterung dabei), Fährtenhundeprüfungen, Dog Dancing. 

In gut geführten Hundevereinen ist da eine ganze Menge los.

Wer es unbedingt wissen will, kann seinen Collie auch für den Schutzdienst testen.

Der eine oder andere mag sich dafür eignen.

Aber wenn er nicht will, dann soll man es sein lassen oder sich eine andere Rasse zulegen.

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